Transdisziplinäre Synthese

Der Forensic Thinktank bietet Unternehmen an, die internen und externen Unternehmensziele auf die Personal- und Kapitalressourcen abzustimmen. Transdisziplinäre Synthese geht deshalb weit über reines Enterprise-Resource-Planning hinaus. IT kann zusätzlich soziale und gruppendynamische Kommunikationsprozesse unterstützen, welche eine höhere Unternehmenseffizienz und Wettbewerbsfähigkeit zum Ziel haben.

Der Terminus der Transdisziplinären Synthese beschreibt in der Definition des FTT die Synchronisation unterschiedlicher Disziplinen im Hinblick auf deren Strukturen, Termini und Methoden, indem diese in gemeinsamen Prozessen informationstechnisch gestützt und integriert werden. Echte Transdisziplinarität ist ohne Koordination durch intelligente Computerprogramme, die eine flexible Weiterentwicklung der Vorgehensweisen ermöglichen, praktisch unmöglich. Indem auch die Fähigkeiten der Mitarbeiter berücksichtigt werden und das Sozialkapital gemessen wird, werden Menschen als Teil der Transformations- und Wachstumsprozesse in Datenform erfasst. Diese Vorgehensweise hat unterschiedliche Gründe.

Soziale Verantwortung, Menschlichkeit im Miteinander sowie Vertrauen und Respekt sind im Unternehmensalltag keine Selbstverständlichkeit, da sie leicht dem Willen nach Profitmaximierung und dem Wettbewerbsdruck – auch der Mitarbeiter untereinander – zum Opfer fallen. Hinzu kommen überproportional hohe Arbeitsbelastungen bei Führungskräften, was die Kreativität und Leistungsfähigkeit anvertrauter Teams nachweislich senkt und hohe Schäden in der Unternehmensstruktur anrichtet. Gemeinsames kreatives Lernen wird unterbunden und die knappen Personalressourcen werden strapaziert. Im, mit der Globalisierung einhergehenden, Trend von der Wissens- zur Kreativitätsgesellschaft werden interdisziplinäre und interkulturelle hochleistungsfähige Teams immer gefragter, da sie zu Problemlösungen in der Lage sind, zu denen der Einzelne nicht fähig wäre. Ein ergonomisches Arbeitsumfeld, ein Ausgleich zwischen Leben und Arbeit sowie transparente Gruppen- und Kommunikationsstrukturen sind jedoch die Voraussetzungen kreativen Arbeitens. Ideen sind als intellektuelles Kapital Innovationsmotoren und deshalb an rohstoffarmen Standorten besonders wertvoll. Jede Krise fordert von einem Unternehmen eine Reorganisation suboptimaler Strukturen, um zu überleben. Das erfordert jedoch einen gemeinsamen Lernprozess, der koordiniert werden will, da sonst die Motivation sinkt 1)Jurij Ryschka, Marc Solga und Axel Mattenklott: Praxishandbuch Personalentwicklung. Instrumente, Konzepte, Beispiele. Wiesbaden, Gabler Verlag / Springer Fachmedien, 2011.. Desorganisation und Desorientierung bergen neben dem Verfall der Mitarbeiterzufriedenheit zugleich den der Zielorientierung, so dass Planungsfähigkeit und Selbstbestimmung geschädigt werden, das Autonomieprinzip des Unternehmens von innen unterlaufen wird 2)Gisela Hagemann: Methodenhandbuch Unternehmensentwicklung. Ist-Situation analysieren, Strategie entwickeln, Marke positionieren. 2. überarb. Aufl., Wiesbaden, Gabler 2009..

Die Transdisziplinäre Synthese kann als computergestützte Methode des Forensic Thinktank an der Schnittstelle von Mensch und Maschine diesen Problemen begegnen und damit ähnlich wie moderierte Workshops und forensische Wertstromanalyse die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens nachhaltig stärken. Probleme, die transdisziplinär gelöst werden müssen, haben entweder eine ökonomische, politische oder lebensweltliche Relevanz. Gleichzeitig werden sie von der Öffentlichkeit als relevant angesehen 3)Thomas Sukopp: Interdisziplinarität. Theorie, Praxis, Probleme. Interdisziplinarität und Transdisziplinarität. Definitionen und Konzepte. 2. Aufl., Darmstadt, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2013..

Eine transdisziplinäre Arbeitsweise des FTT ist ein logischer Schritt zur Verwirklichung seiner mittel- und langfristigen Ziele, die einen gesellschaftlichen Bewusstwerdungsprozess im Umgang mit neuen Medien und eine Stärkung der europäischen Unternehmenslandschaft implizieren. Jedoch sind die Termini der Trans- und Interdisziplinarität nicht zuletzt aufgrund ihres inflationären Gebrauchs mit Problemen behaftet bis hin zum Vorwurf des Dilettantismus. So wird Interdisziplinarität gefordert, aber nicht betrieben oder Grenzen so eng gesteckt, als wäre Zusammenarbeit unerwünscht 4)ebd..

Multidisziplinarität ist als das bloße Nebeneinander wissenschaftlicher Disziplinen der Status Quo zur Bearbeitung von Problemstellungen, während bei Interdisziplinarität Wissenschaftler unterschiedlicher Forschungsbereiche zusammenarbeiten sollen. Hingegen stellt transdisziplinäre Zusammenarbeit zusätzlich einen dynamischen Prozess dar, der bisher unbekannte Methoden hervorbringen kann, was die ohnehin vorhandene systemimmanente Komplexität von zu koordinierenden Projekten zusätzlich erhöht.

Bereits die Kombination weniger prozessualer Elemente führt zu einer kombinatorischen Explosion, deren Auflösung nur mit individuell und intelligent angepassten, genetischen Algorithmen begegnet werden kann. Die daraus resultierenden Erfordernisse bestehen in hoher Rechenleistung, beispielsweise durch Grafikkarten-Cluster, und Expertise. Echte transdisziplinäre Zusammenarbeit ist reich an Voraussetzungen, da Fächer und Disziplinen historisch gewachsen sind und im Laufe dieser Zeit ihre eigenen Begrifflichkeiten und Vorgehensweisen zur Problemlösung herausgebildet haben 5)Jürgen Mittelstraß: Methodische Transdisziplinarität. Technikfolgenabschätzung. Theorie und Praxis, 14(2), 18–23, 2005..

Einzelnachweise   [ + ]